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  • Er prägte Schwerin wie kein anderer: Großherzog Friedrich Franz II. ließ zahlreiche Residenzbauten errichten, die auch heute noch das Stadtbild bestimmen. Foto: TMV, Tiemann

Auf den Spuren des Bauherrn des Schweriner Residenzensembles

Am 28. Februar 1823 wurde Friedrich Franz II., späterer Großherzog und Bauherr des Schweriner Schlosses, geboren. Zu seinem 200. Geburtstag haben Stadtverwaltung, Stadtmarketing-Gesellschaft, Schlossverein, Welterbeverein sowie die Stiftung Mecklenburg verschiedene Aktionen in der Stadt organisiert, die einen Blick auf das Leben und die Bedeutung des Monarchen für Schwerin und Mecklenburg werfen.

Das Programm im Überblick

Der Verein der Freunde des Schweriner Schlosses trifft sich 15.00 Uhr im Dom zur Besichtigung der frisch restaurierten Schausarkophage an der großherzoglichen Grablege. Interessierte Besucher haben die Gelegenheit, bei diesem Vor-Ort-Termin im Dom mehr über das Leben und Wirken des Großherzogs und die Restaurierung der Sarkophage zu erfahren.

Im Café Prag wird ab 14.00 Uhr eine „Friedrich Franz-Torte“ für einen guten Zweck verkauft. Die Schichtbuttercremetorte wird vom Café Prag gesponsert und für einen Mindestpreis von 5 Euro pro Stück angeboten - solange der Vorrat reicht. Der Erlös kommt vollständig dem Projekt "Höflich" zugute. "Höflich" wurde 2018 vom Schlossverein zusammen mit den Mitarbeitern der Museumspädagogik des Schlossmuseums auf die Beine gestellt und mit Spenden der Serviceclubs anlässlich des Martensmannschmauses gestartet. Es ermöglicht Schulklassen ein museumspädagogisches Programm im Schloss rund um das Thema "Höflichkeit" und ein gemeinsames gesundes Essen.

Bereits ausgebucht ist der Vortrag von Dr. René Wiese 18.00 Uhr bei der Stiftung Mecklenburg. Dr. Wiese ist Abteilungsleiter Zentrale Dienste im Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege. Er hat eine Biographie über das Leben von Friedrich Franz II. geschrieben und die Tagebücher des Großherzogs aus dessen Studienzeit und der Revolutionszeit herausgegeben, die einen spannenden Einblick in die damalige Lebenswelt und die Persönlichkeit des Großherzogs geben.

Mit einem Augenzwinkern ist das Geburtstagsvideo auf Social Media zu sehen, das einen Zeitsprung von der Vergangenheit in die Gegenwart wagt und die Veränderungen in Schwerin seit der Fertigstellung des Schlosses durch Friedrich Franz II. humorvoll thematisiert. Das Video wird ab dem 28. Februar als Reel in zwei Teilen auf dem Instagram-Kanal der Landeshauptstadt (@landeshauptstadt_schwerin) und auf den Kanälen der Stadtmarketing-Gesellschaft (@visitschwerin) zu sehen sein. Beim Dreh und der Produktion des Videos unterstützten der Welterbeverein, die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, die Pressestelle der Landeshauptstadt Schwerin, der Verein der Freunde des Schweriner Schlosses und die Stadtmarketing-Gesellschaft.

Wer ist Friedrich Franz II.? Einige Details.

Er ist der Landesfürst, dessen Popularität bis heute am stärksten ist. Zahlreiche Anekdoten kursieren noch heute und bescheinigen ihm im Vergleich zu seinen Nachfolgern eine gewisse Volksverbundenheit. Er ist der Enkel des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV, sehr gläubig und vielleicht auch ein bisschen unsicher. Als junger Mann liebt er die Jagd und Pferde und schreibt zumindest eine Zeit lang Tagebuch. Er übernimmt die Regierung von Mecklenburg-Schwerin mit nur 19 Jahren zu einer Zeit als es in der Bevölkerung schon lange brodelt und die soziale Frage rasant Fahrt aufnimmt. 1848 erlebt er die Revolution und fürchtet, wie die anderen Fürsten, um seine Macht. Der Versuch, Mecklenburg-Schwerin mit einer modernen Verfassung zu regieren, scheitert nach kurzer Zeit am Druck des mecklenburgischen Adels und der Verwandtschaft im Hochadel. Das Ergebnis? Mecklenburg wird politisch noch lange als eine der rückständigsten Regionen in Deutschland gelten. Doch das hält den Monarchen nicht davon ab, die Ausbaupläne für Schwerin voranzutreiben, das alte Renaissanceschloss neu- und umzubauen und die Stadt zu einer angemessenen Residenzstadt zu entwickeln.

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